Google: Interne Suchseiten werden als Hack-Angriff gewertet
Jede Website mit einer Suchfunktion hat ein potenzielles Spam-Problem, das die meisten Website-Betreiber schlicht ignorieren. Wenn ein Nutzer etwas in die interne Suche eingibt, entsteht eine URL mit dem Suchbegriff. Spammer nutzen genau das aus: Sie generieren automatisiert Tausende solcher URLs mit Pharma-Keywords, Telefonnummern oder Telegram-Adressen. Das Ziel ist nicht, Besucher auf deine Seite zu locken, sondern in den Google-Suchergebnissen für diese Begriffe sichtbar zu werden. Deine Website wird dabei als Vehikel missbraucht.
Google behandelt solche Seiten intern wie gehackte Inhalte. Das bedeutet konkret: In der Search Console kann eine Meldung erscheinen, die deine Website als kompromittiert markiert, obwohl du technisch gesehen nichts falsch gemacht hast. Die Suchseiten sind einfach offen zugänglich und indexierbar, was ausreicht, um als Qualitätsproblem zu gelten.
Noch ein unterschätztes Risiko: Interne Suchseiten können sich in ein unendliches Crawl-Labyrinth verwandeln. Features wie 'Meintest du...' generieren beim Crawlen immer neue Seiten, die Google versucht alle zu erfassen. Das frisst Crawl-Budget, erhöht die Serverlast und kann dazu führen, dass wichtige Seiten seltener gecrawlt werden.
Die Lösung ist technisch simpel und seit Jahren bekannt, wird aber erschreckend selten konsequent umgesetzt: Interne Suchseiten gehören aus dem Crawl-Bereich ausgesperrt. Robots.txt ist dabei die sauberste Methode, weil sie das Problem an der Wurzel löst, bevor Google überhaupt anfängt zu crawlen.
1. Prüfe jetzt, ob deine internen Suchseiten indexierbar sind: Gib in Google site:deinedomain.de/?s= oder site:deinedomain.de/search ein (je nach CMS). Erscheinen Ergebnisse, sind diese Seiten im Index und du hast ein aktives Problem.
2. Sperre interne Suchseiten per robots.txt: Füge eine Regel hinzu, die alle URL-Muster deiner Suchfunktion blockiert. Bei WordPress typischerweise 'Disallow: /?s=' oder 'Disallow: /search/'. Nutze eine möglichst breite Regel, die alle Varianten abdeckt.
3. Prüfe die Search Console auf Hack-Meldungen: Gehe in Google Search Console unter 'Sicherheit und manuelle Maßnahmen' nach. Wenn dort Meldungen zu gehackten Inhalten stehen, obwohl du keinen Angriff vermutet hast, sind wahrscheinlich Suchseiten der Auslöser.
4. Setze zusätzlich ein Noindex-Meta-Tag auf allen Suchseiten: Robots.txt verhindert das Crawlen, Noindex verhindert die Indexierung bereits gecrawlter Seiten. Beide Maßnahmen zusammen sind die sicherste Kombination.
5. Überprüfe dein Crawl-Budget in der Search Console unter 'Einstellungen' und 'Crawl-Statistiken': Wenn Google unverhältnismäßig viele Seiten crawlt im Vergleich zu deiner tatsächlichen Seitenanzahl, sind unkontrollierte Suchseiten oft der Grund.
Original-Artikel auf Search Engine Journal:
Google May Treat Search Box Pages As A Site Quality Issue via @sejournal, @martinibuster ↗Mehr lesen
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