Desktop-CTR steigt, Mobile sinkt: Was steckt dahinter?
Desktop und Mobile entwickeln sich bei den organischen Klickraten gerade in entgegengesetzte Richtungen. Während die CTR auf Desktop über mehrere Positionen hinweg gestiegen ist, verliert die Nummer-1-Position auf Mobile deutlich. Allein im Bereich Law, Government & Politics brach die mobile CTR auf Position 1 um 9,03 Prozentpunkte ein. Family & Parenting gewann auf Desktop dagegen 7,05 Punkte auf der ersten Position.
Das ist bemerkenswert, weil der bisherige Konsens in der SEO-Branche klar in eine andere Richtung zeigte: AI Overviews fressen Klicks, organische CTRs sinken überall. Ahrefs hat einen 58-prozentigen Rückgang für Position-1-Ergebnisse auf Queries mit AI Overview gemessen. Seer Interactive kam zu ähnlichen Zahlen. Jetzt zeigen die Desktop-Daten plötzlich eine Gegenbewegung, zumindest für ein Quartal.
Was steckt dahinter? Niemand weiß es genau. Weder Advanced Web Ranking noch Seer Interactive benennen eine klare Ursache. Mögliche Faktoren: veränderte Ad-Layouts auf Mobile, unterschiedliche AI-Overview-Präsenz je nach Gerät, oder schlicht veränderte Nutzergewohnheiten. Die Daten zeigen ein Signal, aber noch keinen Trend.
Besonders relevant ist der Branded-vs-Unbranded-Split. Branded Desktop-Suchen gewannen in allen Top-10-Positionen zwischen 1,99 und 5,78 Prozentpunkte. Unbranded Mobile verlor auf Position 1 dagegen 3,07 Punkte. Das deutet darauf hin, dass Markenbekanntheit auf Desktop gerade besonders stark konvertiert, während generische Suchen auf Mobile zunehmend ohne Klick enden.
Was das für deine Website bedeutet:
1. Trenne deine CTR-Analyse nach Gerät. Wer in Google Search Console nur die Gesamtzahlen betrachtet, verpasst, dass Desktop und Mobile gerade auseinanderdriften. Filtere Impressionen, Klicks und CTR explizit nach Device-Typ und vergleiche die Entwicklung über die letzten zwei Quartale.
2. Prüfe deine wichtigsten Keywords auf Mobile-SERP-Features. Öffne Google auf dem Smartphone und suche deine Top-10-Keywords. Wie viele AI Overviews, Product Ads oder Featured Snippets erscheinen vor dem ersten organischen Ergebnis? Je mehr SERP-Features, desto wahrscheinlicher ist ein CTR-Einbruch auf Mobile.
3. Investiere in Markenaufbau, besonders für Desktop-Traffic. Die Daten zeigen, dass Branded Searches auf Desktop überproportional profitieren. Wenn du noch keine konsequente Markenstrategie fährst, ist das ein konkreter Hebel: Mehr Branded Searches bedeuten stabilere CTRs, unabhängig von AI Overview-Entwicklungen.
4. Passe deine Traffic-Prognosen an. Wenn du monatliche Traffic-Forecasts auf Basis historischer CTR-Kurven erstellst, rechne nicht mehr mit einem einheitlichen Wert. Erstelle separate Kurven für Desktop und Mobile, sonst über- oder unterschätzt du dein Potenzial systematisch.
Original-Artikel auf Search Engine Journal:
Google Desktop CTR Climbs While Mobile Dips, Report Finds via @sejournal, @MattGSouthern ↗Mehr lesen
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