Organischer Traffic: Was Websites wirklich bekommen
Wer sich fragt, ob seine Website im Vergleich gut oder schlecht dasteht, bekommt jetzt eine solide Antwortgrundlage. Ahrefs hat anonymisierte Google Search Console-Daten von über 422.000 Websites ausgewertet und den medianen monatlichen organischen Traffic nach Branche, Domain Rating und Seitengröße aufgeschlüsselt. Das Ergebnis ist ernüchternd und gleichzeitig realistisch.
Die Zahlen zeigen: Eine typische Website bekommt deutlich weniger Traffic als die meisten Benchmarks suggerieren. Wer unter DR 30 liegt, landet im Median bei unter 500 Klicks pro Monat. Das ist kein Versagen, das ist der Normalzustand. Der Sprung kommt später, und er kommt exponentiell: Zwischen DR 70 und DR 90 wächst der Median von knapp 20.000 auf über 82.000 monatliche Klicks.
Branche spielt eine Rolle, aber eine kleinere als erwartet. News-Seiten führen mit einem Median von 175.000 Klicks, Law-and-Government-Seiten liegen am Ende mit 8.600. Aber ein DR-80-Anwaltsblog schlägt eine DR-20-Nachrichtenseite trotzdem jedes Mal. Authority schlägt Nische.
Besonders aufschlussreich ist der Unterschied zwischen Median und Mittelwert. In fast jeder Kategorie ist der Mittelwert drei- bis vierzigmal höher als der Median. Das bedeutet: Wenige sehr große Seiten verzerren das Bild massiv. Wer sich am Durchschnitt orientiert, vergleicht sich mit Ausreißern, nicht mit dem typischen Wettbewerber.
Die Seitengröße folgt derselben Logik. Seiten mit über 5.000 indizierten Seiten erreichen einen Median von fast 245.000 Klicks. Seiten mit unter 10 Seiten kommen auf 18. Aber mehr Seiten allein bringt nichts: Der Traffic kommt aus Inhalten, die Menschen tatsächlich suchen, nicht aus schlichter Masse.
Was das für deine Website bedeutet:
1. Vergleiche dich mit dem Median, nicht dem Mittelwert. Wenn du in Google Search Console schaust und dein Traffic weit unter dem liegt, was du in Blogartikeln als 'Durchschnitt' liest, ist das normal. Suche dir deine DR-Kategorie aus der Tabelle und prüfe, ob du über oder unter dem Median liegst. Das ist dein echter Benchmark.
2. Prüfe dein Domain Rating realistisch. Unter DR 30 sind drei- bis vierstellige monatliche Klicks der Normalfall. Wenn du dort bist, ist die Frage nicht 'Warum so wenig Traffic?', sondern 'Baue ich gerade die richtigen Grundlagen für den exponentiellen Sprung später?' Konkret: Prüfe in Ahrefs oder einem vergleichbaren Tool dein aktuelles DR und setze dir ein Ziel für die nächste DR-Stufe, nicht für einen Traffic-Wert.
3. Seitengröße strategisch denken. Wenn du unter 100 indizierten Seiten bist, liegt dein Median-Traffic bei unter 1.000 Klicks. Jede neue Seite, die ein echtes Suchvolumen adressiert, vergrößert deine Rankingfläche. Gehe in die Google Search Console unter 'Seiten' und prüfe, wie viele Seiten Google aktuell indexiert hat. Dann prüfe in deinem Keyword-Tool, welche Themen du noch nicht abdeckst, die deine Zielgruppe sucht.
4. Keine konkreten neuen Maßnahmen nötig. Dieser Datensatz ist ein Orientierungsrahmen, kein Handlungsauftrag. Er ändert keine Algorithmen, keine Best Practices, keine technischen Anforderungen. Wer seine SEO-Grundlagen bereits solide aufgestellt hat, muss hier nichts ändern. Wer noch keine klare Benchmark hatte, hat jetzt eine.
Original-Artikel auf Ahrefs Blog:
Average Organic Traffic Benchmarks From Real Websites (June 2026) ↗Mehr lesen
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