How-To

Wie du robots.txt richtig konfigurierst: mit Beispielen

Eine falsch konfigurierte robots.txt kann dazu führen, dass Google deine gesamte Website nicht indexiert, oder dass sensible Bereiche versehentlich gecrawlt werden. In dieser Anleitung lernst du, wie du robots.txt konfigurierst: von der Erstellung der Datei über die wichtigsten Direktiven bis hin zur Verifikation im Google Search Console. Am Ende hast du eine funktionierende robots.txt, die Crawler gezielt steuert, unnötige Crawl-Budget-Verschwendung verhindert und deine Indexierungsstrategie unterstützt.
B

Kuratiert von

Organic Growth Strategist, Muria Agency
5 Min Lesezeit ·
Inhaltsverzeichnis
  1. Voraussetzungen
  2. Schritt-für-Schritt Anleitung
  3. Häufige Fehler
  4. Verifizierung

Voraussetzungen

Bevor du mit der Konfiguration beginnst, stelle sicher, dass folgende Punkte erfüllt sind:

  • Zugriff auf das Root-Verzeichnis deiner Website (via FTP, SFTP oder das Dateimanager-Panel deines Hosters)
  • Ein Texteditor wie VS Code, Notepad++ oder ein einfacher Online-Editor
  • Ein verifiziertes Property in der Google Search Console
  • Grundkenntnisse über die Struktur deiner Website: Welche Verzeichnisse sollen gecrawlt werden, welche nicht?
  • Optional: Zugang zu deinem CMS (WordPress, Shopify etc.), falls du die robots.txt dort verwaltest

Schritt-für-Schritt Anleitung

Schritt 1: Prüfe, ob bereits eine robots.txt existiert

Rufe in deinem Browser folgende URL auf:

https://deinedomain.de/robots.txt

Siehst du eine Textdatei mit Direktiven, existiert bereits eine robots.txt. Siehst du einen 404-Fehler, musst du die Datei neu erstellen. Notiere dir den aktuellen Inhalt, bevor du Änderungen vornimmst.

Schritt 2: Erstelle oder öffne die robots.txt Datei

Verbinde dich per FTP/SFTP mit deinem Server und navigiere in das Root-Verzeichnis deiner Website (dort, wo auch die index.html oder index.php liegt). Erstelle eine neue Datei mit dem Namen robots.txt (kleingeschrieben, ohne Leerzeichen). Öffne sie in deinem Texteditor.

Wichtig für WordPress-Nutzer: Gehe zu Einstellungen → Lesen und prüfe, ob „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren" aktiviert ist. Falls ja, deaktiviere diese Option zuerst.

Schritt 3: Verstehe die grundlegende Syntax

Eine robots.txt besteht aus sogenannten Records. Jeder Record beginnt mit einem User-agent und enthält Allow- oder Disallow-Direktiven:

User-agent: *
Disallow: /verzeichnis/
Allow: /verzeichnis/ausnahme/
  • User-agent: *, gilt für alle Crawler
  • User-agent: Googlebot, gilt nur für Googles Crawler
  • Disallow: /pfad/, sperrt diesen Pfad für den Crawler
  • Allow: /pfad/, erlaubt explizit einen Pfad (überschreibt Disallow)
  • Crawl-delay: 10, Pause zwischen Crawl-Anfragen in Sekunden (nicht von Google unterstützt)
  • Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml, gibt die Sitemap-URL an

Schritt 4: Konfiguriere die robots.txt für deinen Anwendungsfall

Hier sind die häufigsten Konfigurationsszenarien mit konkreten Beispielen:

Szenario A, Alles erlauben (Standard):

User-agent: *
Disallow:

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Szenario B, Bestimmte Verzeichnisse sperren:

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Disallow: /checkout/
Disallow: /danke/
Disallow: /intern/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Szenario C, Nur bestimmte Crawler sperren:

User-agent: AhrefsBot
Disallow: /

User-agent: SemrushBot
Disallow: /

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Szenario D, E-Commerce mit Facetten-URLs sperren:

User-agent: *
Disallow: /suche/
Disallow: /*?farbe=
Disallow: /*?groesse=
Disallow: /warenkorb/
Disallow: /kasse/

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Schritt 5: Füge die Sitemap-Direktive hinzu

Am Ende jeder robots.txt sollte die URL deiner XML-Sitemap stehen. Das hilft Crawlern, deine Inhalte effizienter zu finden:

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Falls du mehrere Sitemaps hast (z. B. für Bilder oder Videos), füge jede in einer eigenen Zeile ein:

Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml
Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap-bilder.xml

Schritt 6: Lade die Datei auf den Server hoch

Speichere die Datei als robots.txt im UTF-8-Format (ohne BOM). Lade sie per FTP/SFTP in das Root-Verzeichnis deiner Domain hoch. Die Datei muss unter https://deinedomain.de/robots.txt erreichbar sein, nicht unter einem Unterverzeichnis wie /blog/robots.txt.

Rufe nach dem Upload die URL im Browser auf und prüfe, ob der Inhalt korrekt angezeigt wird.

Häufige Fehler

Fehler 1: Die gesamte Website versehentlich gesperrt

Die gefährlichste Konfiguration ist:

User-agent: *
Disallow: /

Diese Zeile sperrt alle Crawler von allen Seiten. Das passiert häufig, wenn Entwickler die Staging-Konfiguration auf die Live-Website übertragen. Prüfe nach jedem Deployment die robots.txt.

Fehler 2: robots.txt liegt nicht im Root-Verzeichnis

Die Datei muss zwingend unter https://deinedomain.de/robots.txt erreichbar sein. Eine Datei unter /blog/robots.txt oder /de/robots.txt wird von Crawlern ignoriert.

Fehler 3: Disallow mit robots.txt statt noindex verwechseln

Ein häufiges Missverständnis: Disallow verhindert das Crawlen, nicht das Indexieren. Wenn eine Seite bereits indexiert ist und du sie aus dem Index entfernen möchtest, nutze den noindex-Meta-Tag oder die URL-Entfernung in der Google Search Console. Eine gesperrte Seite kann trotzdem im Index erscheinen, wenn andere Websites darauf verlinken.

Fehler 4: Wichtige Ressourcen gesperrt (CSS, JS, Bilder)

Wenn du Verzeichnisse wie /wp-content/ oder /assets/ sperrst, kann Google deine Seiten nicht korrekt rendern. Das verschlechtert das Crawling und kann Rankings negativ beeinflussen. Sperre niemals CSS- oder JavaScript-Dateien, die für das Rendering wichtig sind.

Fehler 5: Syntaxfehler durch falsche Formatierung

Jede Direktive muss in einer eigenen Zeile stehen. Kommentare beginnen mit #. Zwischen zwei Records muss eine Leerzeile stehen. Beispiel für korrekte Formatierung:

# Alle Crawler
User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php

# Sitemap
Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Verifizierung

Nachdem du die robots.txt konfiguriert und hochgeladen hast, verifiziere die Konfiguration mit diesen Methoden:

Google Search Console, robots.txt Tester

  1. Öffne die Google Search Console und wähle deine Property aus.
  2. Navigiere zu Einstellungen → robots.txt (oder nutze das URL-Inspektions-Tool).
  3. Gib einzelne URLs ein, die du gesperrt oder freigegeben hast, und prüfe, ob der Status korrekt ist.

Manueller Browser-Test

Rufe https://deinedomain.de/robots.txt direkt im Browser auf. Der HTTP-Status-Code muss 200 sein. Ein 404 bedeutet, die Datei wurde nicht gefunden. Ein 500 deutet auf einen Server-Fehler hin.

Drittanbieter-Tools

  • Google Search Console URL-Inspektion: Prüft, ob eine spezifische URL gecrawlt werden kann.
  • Screaming Frog SEO Spider: Simuliert das Crawling und zeigt gesperrte URLs an.
  • robots.txt Checker von SEO Review Tools: Kostenloser Online-Validator für Syntaxfehler.

Regelmäßige Überprüfung

Plane eine monatliche Überprüfung deiner robots.txt ein, besonders nach CMS-Updates, Relaunchs oder dem Hinzufügen neuer Verzeichnisse. Viele CMS-Plugins überschreiben die robots.txt automatisch, was zu unerwarteten Sperrungen führen kann.

Häufige Fragen

Was passiert, wenn ich keine robots.txt habe? +
Ohne robots.txt crawlen Suchmaschinen deine gesamte Website ohne Einschränkungen. Das ist für viele kleine Websites in Ordnung, kann aber bei größeren Projekten zu Crawl-Budget-Verschwendung führen. Sensible Bereiche wie Admin-Panels oder Checkout-Seiten sollten explizit gesperrt werden. Es ist empfehlenswert, immer eine robots.txt zu erstellen, auch wenn sie nur eine Sitemap-Direktive enthält.
Kann ich mit robots.txt verhindern, dass meine Seite bei Google erscheint? +
Nein, nicht zuverlässig. Disallow verhindert das Crawlen, aber nicht das Indexieren. Google kann eine Seite trotzdem im Index führen, wenn externe Links darauf verweisen, nur ohne Snippet. Um eine Seite vollständig aus dem Index zu entfernen, nutze den noindex-Meta-Tag im HTML-Header oder das URL-Entfernungstool in der Google Search Console.
Wie oft wird die robots.txt von Google gecrawlt? +
Google cached die robots.txt in der Regel für 24 Stunden. Änderungen werden also nicht sofort wirksam. Du kannst in der Google Search Console das URL-Inspektionstool nutzen und eine erneute Indexierung beantragen, um den Prozess zu beschleunigen. Bei dringenden Änderungen, etwa wenn versehentlich die gesamte Website gesperrt wurde, sollte man zusätzlich das URL-Entfernungstool verwenden.
Gilt die robots.txt auch für Subdomains? +
Nein. Jede Subdomain benötigt eine eigene robots.txt. Die Datei unter deinedomain.de/robots.txt gilt nicht für blog.deinedomain.de. Du musst für jede Subdomain eine separate robots.txt im jeweiligen Root-Verzeichnis erstellen und dort die entsprechenden Direktiven hinterlegen.
Was ist der Unterschied zwischen Disallow und noindex? +
Disallow in der robots.txt verhindert, dass Googlebot eine Seite crawlt, sie kann aber trotzdem indexiert werden. Der noindex-Meta-Tag im HTML-Head einer Seite verhindert die Indexierung, erlaubt aber das Crawlen. Für maximale Kontrolle: Nutze noindex für Seiten, die gecrawlt, aber nicht indexiert werden sollen. Nutze Disallow, um Crawl-Budget zu sparen, aber nicht als Ersatz für noindex.

Passend dazu

Über diesen Artikel

Verfasst von: , Organic Growth Strategist
Cluster: How-To
Veröffentlicht:
Aktualisiert:
Lizenz: © Muria Agency, Inhalt darf mit Quellenangabe (Link zur Seite) zitiert werden.

Dieser Artikel ist Teil von Muria Agency's Resource Hub, strategisch kuratierte Inhalte zu B2B-Positionierung, GEO, Brand Identity und SEO. Geprüft und freigegeben von einem der beiden Gründer:innen.

Du hast den Artikel gelesen.
Jetzt umsetzen?

Buch dir einen 15-Min Call mit uns, wir schauen direkt was bei dir passt. Ohne Verkaufsdruck, ohne Pitch-Deck.