Link Building

Broken Link Building — die Methode in 5 Schritten

Broken Link Building ist eine der wenigen Link-Building-Methoden, bei der der Mehrwert für den Empfänger klar auf der Hand liegt: Ein defekter Link auf einer fremden Seite wird durch einen funktionierenden ersetzt — und der neue Link zeigt auf die eigene Domain. Die Methode funktioniert, weil sie kein kaltes Akquise-Gespräch erfordert, sondern ein konkretes Problem löst. Dieser Artikel erklärt, wie Broken Link Building in der Praxis abläuft, welche Tools dabei helfen und worauf es bei der Outreach-Kommunikation ankommt.
6 Min Lesezeit ·
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist Broken Link Building?
  2. Schritt 1: Relevante Seiten mit Broken Links finden
  3. Schritt 2: Defekte Links verifizieren
  4. Schritt 3: Ersatz-Content erstellen oder identifizieren
  5. Schritt 4: Webmaster kontaktieren
  6. Schritt 5: Nachfassen und Ergebnisse tracken
  7. Realistische Erfolgsquoten und Aufwand

Broken Link Building bezeichnet die Praxis, defekte ausgehende Links auf fremden Webseiten zu identifizieren, einen gleichwertigen oder besseren Ersatz-Content bereitzustellen und den Webmaster anschließend zu kontaktieren, um den toten Link durch einen Link zur eigenen Ressource zu ersetzen.

Die Logik dahinter ist einfach: Jede Webseite mit umfangreichem Content hat früher oder später defekte Links. Quellen verschwinden, Domains laufen ab, URLs werden umstrukturiert. Für den Websitebetreiber ist ein 404-Link ein Problem — für denjenigen, der eine passende Ersatzressource anbietet, ist es eine Gelegenheit.

Im Unterschied zur Skyscraper Technique, bei der es darum geht, bestehenden verlinkten Content zu übertreffen, setzt Broken Link Building auf einen konkreten, nachweisbaren Defekt als Gesprächseinstieg. Das erhöht die Relevanz der Outreach-Nachricht erheblich.

Der erste Schritt ist die Identifikation von Seiten, die thematisch zur eigenen Domain passen und defekte ausgehende Links enthalten. Dabei gibt es zwei Hauptansätze:

Ressourcenseiten — oft erkennbar an URLs wie /resources, /links oder /empfehlungen — aggregieren externe Links zu einem Thema. Diese Seiten werden selten gepflegt und enthalten überdurchschnittlich viele defekte Links. Eine gezielte Google-Suche mit Operatoren wie inurl:resources + [Thema] oder intitle:„nützliche Links" + [Thema] liefert schnell relevante Kandidaten.

Tools wie Ahrefs, Semrush oder Screaming Frog ermöglichen es, das Backlink-Profil von Wettbewerbern zu analysieren und dabei gezielt nach Links auf nicht mehr existierende Seiten zu suchen. In Ahrefs zeigt der Bericht „Best by Links" in Kombination mit dem Filter „404" genau diese Fälle. Wer versteht, wie man Backlink-Profile mit Tools analysiert, kann diesen Schritt deutlich effizienter gestalten.

Wichtig: Die gefundenen Seiten sollten thematisch eng zur eigenen Domain passen. Ein defekter Link auf einer Seite über Gartengestaltung ist für eine B2B-SaaS-Website irrelevant — unabhängig von der Domain-Stärke.

Nicht jeder als defekt markierte Link ist tatsächlich dauerhaft nicht erreichbar. Temporäre Serverausfälle, Redirects mit Fehlkonfigurationen oder geografische Sperren können falsche Positive erzeugen. Vor dem Outreach sollte jeder Link manuell oder mit einem zuverlässigen Crawler überprüft werden.

Screaming Frog kann eine Liste von URLs crawlen und den HTTP-Statuscode zurückgeben. Ahrefs markiert Links mit Status 404 oder „Dead" im Site Explorer. Für eine schnelle manuelle Prüfung reicht auch ein Browser-Plugin wie „Check My Links" für Chrome.

Relevante Statuscode-Kategorien beim Broken Link Building:

  • 404 Not Found: Die Zielseite existiert nicht mehr — der häufigste Fall.
  • 410 Gone: Die Seite wurde absichtlich entfernt — ebenfalls ein valider Kandidat.
  • Soft 404: Die Seite gibt HTTP 200 zurück, zeigt aber eine Fehlerseite — schwieriger zu erkennen, aber relevant.
  • Domain expired: Die gesamte Domain ist nicht mehr registriert — oft ein Zeichen, dass der Content dauerhaft verschwunden ist.

Schritt 3: Ersatz-Content erstellen oder identifizieren

Broken Link Building funktioniert nur, wenn der angebotene Ersatz tatsächlich relevant ist. Der Webmaster wird den Link nur ersetzen, wenn die neue Ressource das leistet, was der ursprüngliche Link versprochen hat — oder mehr.

Dafür gibt es zwei Wege:

Bestehenden Content nutzen

Wenn auf der eigenen Website bereits ein Artikel, ein Leitfaden oder eine Ressource existiert, die thematisch zum defekten Link passt, kann dieser direkt als Ersatz vorgeschlagen werden. Das setzt voraus, dass der Content qualitativ hochwertig und aktuell ist.

Neuen Content gezielt erstellen

Bei systematischem Broken Link Building lohnt es sich, Content gezielt für identifizierte Lücken zu erstellen. Wenn beispielsweise mehrere Seiten auf einen verschwundenen Leitfaden zu einem bestimmten Thema verlinken, ist das ein klares Signal für ungedeckte Nachfrage. Dieser Ansatz ähnelt methodisch der Skyscraper Technique, ist aber durch die nachgewiesene Verlinkungsnachfrage besser validiert.

Der Ersatz-Content muss nicht länger oder aufwändiger sein als das Original — er muss das Thema vollständig und korrekt abdecken und technisch einwandfrei erreichbar sein.

Schritt 4: Webmaster kontaktieren

Die Outreach-E-Mail ist der kritischste Schritt. Eine schlecht formulierte Nachricht wird ignoriert — unabhängig davon, wie gut der angebotene Ersatz ist.

Grundprinzipien für effektives Broken-Link-Outreach:

  • Konkret sein: Die genaue URL des defekten Links und die Seite, auf der er sich befindet, nennen. Kein Webmaster sucht selbst nach dem Problem.
  • Hilfreich formulieren: Der Einstieg sollte den Defekt melden — nicht sofort einen eigenen Link anbieten. Das wirkt weniger transaktional.
  • Kurz halten: Drei bis vier Sätze reichen. Der Webmaster muss die Situation sofort verstehen können.
  • Den Ersatz klar benennen: Nach dem Hinweis auf den defekten Link den eigenen Content als mögliche Alternative vorschlagen — nicht als einzige Lösung.

Ein einfaches Nachrichtengerüst:

Betreff: Defekter Link auf [Seitenname]

Guten Tag, beim Lesen Ihres Artikels zu [Thema] ist mir aufgefallen, dass der Link zu [ursprünglicher Ressource] nicht mehr funktioniert (404). Falls Sie einen Ersatz suchen: Wir haben einen aktuellen Leitfaden zu diesem Thema veröffentlicht — [URL]. Vielleicht ist das eine passende Alternative. Mit freundlichen Grüßen, [Name]

Personalisierung erhöht die Antwortrate. Wer dieselbe Vorlage an hundert Webmaster schickt, ohne auch nur den Seitennamen anzupassen, wird entsprechend niedrige Erfolgsquoten sehen. Für systematisches, skalierbares Outreach lohnt sich ein Blick auf ergänzende Methoden wie Digital PR im B2B.

Schritt 5: Nachfassen und Ergebnisse tracken

Ein einmaliges Anschreiben reicht in den meisten Fällen nicht aus. Eine einzige, höfliche Follow-up-Nachricht nach sieben bis zehn Tagen ist üblich und akzeptiert — mehr als eine Nachfassung wirkt aufdringlich und schadet der Reputation.

Für das Tracking empfiehlt sich eine einfache Tabelle mit folgenden Spalten:

  • URL der Seite mit dem defekten Link
  • URL des defekten Links
  • Kontaktiert am
  • Antwort erhalten (ja/nein)
  • Link gesetzt (ja/nein)
  • Datum der Link-Bestätigung

Sobald ein Link gesetzt wurde, sollte er in einem Tool wie Ahrefs oder Google Search Console verifiziert werden. Dabei lohnt es sich auch, die Domain-Metriken der verlinkenden Seite zu prüfen, um den tatsächlichen Wert des gewonnenen Backlinks einzuschätzen.

Realistische Erfolgsquoten und Aufwand

Broken Link Building ist keine Methode für schnelle Massenresultate. Typische Conversion-Raten im Outreach liegen — je nach Qualität der Personalisierung und Relevanz des Ersatz-Contents — zwischen 5 und 15 Prozent. Das bedeutet: Aus 100 kontaktierten Webmastern entstehen realistisch 5 bis 15 neue Links.

Der Aufwand ist höher als bei passivem Link-Earning durch viralen Content, aber die gewonnenen Links sind in der Regel thematisch relevant und kommen von Seiten, die aktiv zu einem Thema verlinken — ein Qualitätsmerkmal, das rein metrisch schwer zu erfassen ist.

Im Vergleich zu anderen aktiven Methoden wie Guest Posting oder Press Mentions über Journalisten-Plattformen bietet Broken Link Building einen klaren Vorteil: Der Gesprächseinstieg ist sachlich begründet und nicht primär selbstbezogen.

Wer Broken Link Building in eine umfassendere Strategie einbetten möchte, findet im Pillar-Artikel zur White-Hat-Link-Building-Methodik für B2B den übergeordneten Rahmen. Dort wird auch erklärt, wie verschiedene Methoden sinnvoll kombiniert werden — und welche Rolle internes Linking dabei spielt, um neu gewonnene Backlinks maximal zu nutzen.

Häufige Fragen

Was ist Broken Link Building? +
Broken Link Building ist eine Link-Building-Methode, bei der defekte ausgehende Links auf fremden Webseiten identifiziert werden. Der Betreiber der eigenen Website bietet dem Webmaster einen funktionierenden Ersatz-Link an — der auf die eigene Domain zeigt. Die Methode funktioniert, weil sie ein konkretes Problem des Empfängers löst und damit einen sachlichen Gesprächseinstieg bietet, der keine rein selbstbezogene Akquise darstellt.
Welche Tools eignen sich für Broken Link Building? +
Ahrefs und Semrush sind die meistgenutzten Tools: Sie zeigen im Backlink-Bericht Links auf 404-Seiten und ermöglichen die Analyse von Konkurrenten-Domains. Screaming Frog eignet sich zum Crawlen einzelner Seiten auf defekte ausgehende Links. Für schnelle manuelle Prüfungen im Browser ist das Chrome-Plugin „Check My Links" praktisch. Alle Tools liefern unterschiedliche Datenstände — eine manuelle Verifikation vor dem Outreach bleibt empfehlenswert.
Wie hoch ist die typische Erfolgsquote beim Broken-Link-Outreach? +
Realistische Conversion-Raten liegen je nach Personalisierungsgrad und Relevanz des Ersatz-Contents zwischen 5 und 15 Prozent. Das bedeutet, dass aus 100 kontaktierten Webmastern etwa 5 bis 15 tatsächlich den Link ersetzen. Generische Massen-E-Mails ohne Personalisierung liegen deutlich darunter. Qualität der Zielseiten-Auswahl und Präzision der Outreach-Nachricht sind die wichtigsten Hebel.
Muss für Broken Link Building neuer Content erstellt werden? +
Nicht zwingend. Wenn auf der eigenen Website bereits ein thematisch passender, qualitativ hochwertiger Artikel existiert, kann dieser direkt als Ersatz vorgeschlagen werden. Neuer Content lohnt sich dann, wenn mehrere Seiten auf dieselbe verschwundene Ressource verlinken — das signalisiert ungedeckte Nachfrage und rechtfertigt den Erstellungsaufwand.
Wie unterscheidet sich Broken Link Building von der Skyscraper Technique? +
Die Skyscraper Technique zielt darauf ab, bestehenden, bereits verlinkten Content qualitativ zu übertreffen und Webmaster zum Wechsel zu bewegen. Broken Link Building setzt dagegen auf einen nachweisbaren Defekt als Gesprächsanlass — der ursprüngliche Content existiert nicht mehr. Der Einstieg ist dadurch sachlicher und weniger kompetitiv, erfordert aber eine sorgfältige Recherche nach defekten Links.

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