Google bestraft Back-Button-Hijacking als Spam
Google zieht eine klare Linie: Wer Nutzer beim Zurücknavigieren manipuliert, riskiert ab sofort eine offizielle Spam-Maßnahme. Back-Button-Hijacking bezeichnet die Praxis, den Browser-Verlauf so zu manipulieren, dass Nutzer beim Klick auf den Zurück-Button nicht auf die vorherige Seite gelangen, sondern auf einer anderen Seite landen oder in einer Weiterleitungsschleife gefangen werden. Das ist kein neues technisches Phänomen, aber Google hat es bisher nicht explizit in seinen Spam-Richtlinien adressiert.
Die neue Policy ordnet diese Praxis eindeutig unter die Kategorie 'Malicious Practices' ein. Das bedeutet: Websites die dieses Muster einsetzen, können mit einer manuellen Spam-Maßnahme belegt werden. Nicht nur ein Ranking-Verlust, sondern eine direkte Intervention durch Googles Spam-Team.
In der Praxis sehen wir dieses Muster vor allem bei aggressiven Affiliate-Seiten, Doorway-Pages und bestimmten Ad-Networks, die den Browser-Verlauf via JavaScript manipulieren. Oft geschieht das durch das Einfügen von Einträgen in die History API, sodass der Zurück-Button den Nutzer auf eine Zwischen-URL schickt statt auf die eigentliche Ausgangsseite. Für legitime Website-Betreiber ist das kein Problem, solange keine Third-Party-Scripts oder Werbenetzwerke diese Manipulation einschleusen.
1. Prüfe alle Third-Party-Scripts auf deiner Website: Werbenetzwerke, Affiliate-Tracker und Pop-up-Tools sind die häufigsten Quellen für History-API-Manipulationen. Öffne die Browser-Entwicklertools, navigiere zu einer Seite, klicke auf einen internen Link und prüfe dann ob der Zurück-Button dich korrekt zur Ausgangsseite führt. Wenn nicht, liegt eine Manipulation vor.
2. Audit deine JavaScript-Codebase auf Verwendung von history.pushState() oder history.replaceState(): Diese Funktionen sind legitim, können aber missbraucht werden. Suche in deinem Code und in eingebundenen Scripts nach diesen Aufrufen und prüfe ob sie einen legitimen Zweck haben (z.B. Single-Page-Application-Navigation) oder ob sie den Verlauf künstlich aufblähen.
3. Teste mit echten Nutzern oder Tools wie Screaming Frog in Kombination mit manuellem Browser-Testing: Klicke dich durch typische Nutzerpfade und verifiziere, dass der Zurück-Button immer erwartungsgemäß funktioniert. Dokumentiere auffällige Weiterleitungen.
4. Falls du Werbenetzwerke oder Pop-up-Anbieter einsetzt, kontaktiere diese direkt und frage nach ihrer Policy zu History-API-Manipulationen. Wenn keine klare Antwort kommt, erwäge den Anbieter zu wechseln. Google wird bei Spam-Maßnahmen nicht zwischen eigenem Code und eingebettetem Drittanbieter-Code unterscheiden.
Original-Artikel auf Google Search Central Blog:
Introducing a new spam policy for "back button hijacking" ↗Mehr lesen
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