MonsterInsights gehackt: 3 Mio. Websites betroffen
MonsterInsights, das meistgenutzte Google-Analytics-Plugin für WordPress, ist gerade aktiv kompromittiert. Die offizielle Website ist offline, Angreifer haben Zugriff auf Kundendaten erlangt und verschicken Phishing-Mails an registrierte Nutzer. Das Plugin ist auf über zwei Millionen WordPress-Installationen aktiv, der Pro-Bereich soll sogar drei Millionen Installationen erreichen.
Die Angriffsstrategie ist klassisch aber effektiv: Die Angreifer nutzen das Vertrauen der Nutzer in eine bekannte Marke. Wer eine Phishing-Mail erhält, die von MonsterInsights zu kommen scheint, klickt eher als bei einer unbekannten Absenderadresse. Parallel dazu kursieren gefälschte Download-Quellen für das Plugin. Wer MonsterInsights von einer Drittanbieter-Website herunterlädt, riskiert eine manipulierte Plugin-Version auf seiner WordPress-Installation.
MonsterInsights selbst hat auf X bestätigt, dass ein Angriff läuft, und warnt ausdrücklich davor, das Plugin von anderen Quellen als dem offiziellen WordPress-Repository zu installieren. Die eigene Website zeigt nur noch einen Hinweis, dass man an der Schadensbegrenzung arbeitet. Analytics und Tracking sollen laut eigener Aussage nicht betroffen sein, aber das lässt sich aktuell nicht unabhängig verifizieren.
Für Website-Betreiber ist das kein theoretisches Risiko. Wer das Plugin installiert hat und in den letzten Tagen eine E-Mail von MonsterInsights erhalten hat, sollte diese als potenzielle Phishing-Mail behandeln. Keine Links anklicken, keine Zugangsdaten eingeben, keine Downloads starten.
1. Prüfe sofort deine E-Mails: Hast du in den letzten 48 bis 72 Stunden eine E-Mail von MonsterInsights oder einer ähnlich klingenden Absenderadresse erhalten? Klicke keine Links darin an. Leite die Mail nicht weiter. Markiere sie als Phishing und lösche sie.
2. Prüfe deine WordPress-Installation auf Plugin-Integrität: Gehe in dein WordPress-Backend unter Plugins und prüfe, ob MonsterInsights auf dem Stand der letzten offiziellen Version aus dem WordPress.org-Repository ist. Installiere das Plugin nur von dort, niemals von Drittanbieter-Seiten oder über direkte Download-Links aus E-Mails.
3. Ändere dein MonsterInsights-Passwort und prüfe verbundene Google-Konten: Wenn du einen MonsterInsights-Account hast, ändere das Passwort sofort. Prüfe in deinem Google-Konto unter 'Sicherheit' und 'Drittanbieter-Apps', ob MonsterInsights noch die erwarteten Berechtigungen hat und ob unbekannte Zugriffe protokolliert wurden.
4. Deaktiviere das Plugin temporär, wenn du unsicher bist: Bis MonsterInsights die Website wieder online hat und Entwarnung gibt, kannst du das Plugin deaktivieren, ohne dass deine Website davon beeinträchtigt wird. Google Analytics läuft weiterhin, du verlierst nur das Dashboard innerhalb von WordPress.
5. Informiere dein Team: Wenn mehrere Personen Zugriff auf dein WordPress-Backend oder deinen MonsterInsights-Account haben, informiere alle sofort über die laufende Phishing-Kampagne.
Original-Artikel auf Search Engine Journal:
MonsterInsights Website Compromised And Sending Phishing Emails via @sejournal, @martinibuster ↗Mehr lesen
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