AI Search · · Quelle: Search Engine Journal

90% der Marken unsichtbar in KI-Suche – Studie zeigt warum

Eine neue Studie der SEO-Agentur Victorious hat 177 Marken aus fünf Branchen auf ihre Sichtbarkeit in acht KI-Plattformen untersucht – darunter ChatGPT, Perplexity, Gemini, Google AI Overview, Copilot, Claude und Meta AI. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur 18 der 177 getesteten Marken erzielten überhaupt eine messbare Erwähnungsrate in KI-Antworten. Das entspricht 89,8 Prozent ohne jede KI-Präsenz im ersten Quartal 2026.

Die Studie unterscheidet dabei zwischen zwei Signalen: Mention Rate (wird die Marke in einer KI-Antwort genannt?) und Citation Rate (verlinkt die KI auf die Domain als Quelle?). Diese Trennung liefert branchenspezifisch sehr unterschiedliche Muster. Healthcare, SaaS und Financial Services zeigen sowohl Erwähnungen als auch Zitierungen – gestützt durch strukturierte Daten, Drittplattformen wie G2 oder Reddit sowie redaktionelle Medienpräsenz. E-Commerce-Marken werden zwar erkannt, aber kaum auf der eigenen Domain zitiert – stattdessen dominieren Amazon, Aggregatoren und Bewertungsseiten. Legal Services zeigt das umgekehrte Muster: Inhalte werden zitiert, aber die dahinterstehende Kanzlei selten namentlich genannt.

Besonders relevant ist der Hinweis auf Googles Personal Intelligence Update, das Gmail- und Fotos-Signale in AI Mode-Antworten einfließen lässt. Das könnte bedeuten, dass Marken, die einen Nutzer zuerst erreichen, in dessen KI-Ergebnissen dauerhaft bevorzugt werden – ein Compounding-Effekt, der First-Mover-Vorteile massiv verstärkt.

Der wichtigste strategische Befund: Der Wettbewerb um KI-Sichtbarkeit hat für die meisten Marken noch nicht begonnen. Wer jetzt handelt, konkurriert nicht gegen eine ganze Branche, sondern gegen eine Handvoll früher Akteure.

Was das für deine Website bedeutet

Was das für deine Website bedeutet:

1. Prüfe deine Entity-Signale: KI-Plattformen brauchen eindeutige Identifikatoren, um eine Marke zu erkennen und zu nennen. Überprüfe, ob dein Organization-Schema vollständig ist – inklusive Name, URL, sameAs-Properties (Wikipedia, Wikidata, LinkedIn, Crunchbase). Fehlende sameAs-Einträge sind einer der häufigsten Gründe, warum Marken in KI-Antworten nicht auftauchen.

2. Analysiere deine Citation-Lücke nach Branche: Bist du im E-Commerce? Dann erstelle eigenständige, zitierwürdige Inhalte auf deiner Domain – Vergleichsseiten, Ratgeber, strukturierte Produktdaten – die KI-Plattformen als Quelle nutzen können, statt auf Amazon oder Bewertungsportale zu verweisen. Bist du im Legal- oder B2B-Bereich? Verknüpfe jeden Artikel explizit mit der Autorenentität (Author-Schema mit Firmenzugehörigkeit), damit Zitierungen auch der Marke zugeordnet werden.

3. Baue Drittplattform-Präsenz gezielt auf: Die Studie zeigt, dass SaaS-Marken durch G2, Reddit und LinkedIn-Erwähnungen in KI-Antworten auftauchen. Prüfe, ob deine Marke auf den für deine Branche relevanten Drittplattformen aktiv vertreten ist – und ob dort konsistente, markenbezogene Inhalte vorhanden sind.

4. Teste deine eigene KI-Sichtbarkeit jetzt: Formuliere 5–10 branchenspezifische Prompts, die deine Zielkunden stellen würden, und teste sie manuell in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overview. Dokumentiere, ob deine Marke genannt oder zitiert wird. Das ist dein Baseline-Messwert – ohne ihn weißt du nicht, ob spätere Maßnahmen wirken.

5. Reagiere auf den Personal Intelligence Effekt: Da Google AI Mode zunehmend personalisierte Signale nutzt, wird Brand Awareness im oberen Funnel wichtiger. Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Nutzer deine Marke früh kennenlernen (Newsletter, Social, Display), könnten sich direkt auf KI-Sichtbarkeit auswirken – auch wenn das noch nicht abschließend belegt ist.

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